- 1.5.2012: AD(H)S, Legasthenie & Co. - Krankheit oder Talent
- 1.5.2012: „..ein Wort schreibe ich mit dreierlei Orthographie.“ (Johann Wolfgang von Goethe)
- 8.2.2011: Der Mensch im Konflikt zwischen Rollenverständnis und Wachstum, Teil 1
- 27.9.2010: Stressmanagement
- 24.9.2010: Wo sind wir mit unseren Gedanken?
Blogroll
AD(H)S, Legasthenie & Co. - Krankheit oder Talent
1.5.2012 von admin.
Keinen trifft die Schuld und Krankheit ist es auch keine - auch, wenn einige es behaupten wollen. Homosexualität wurde ja auch mal als Krankheit betrachtet. Zumindest hatte man sich seiner Zeit (Was hat sich denn inzwischen geändert?) schuldig zu fühlen - Betroffene, Eltern und das gesamte Umfeld gleich dazu.
Man weiß auch nicht genau, ob es sich bei Legasthenie, AD(H)S & Co. um eine Begabung oder gar um ein Talent handelt. Was man wirklich herausgefunden hat ist, dass es eine echte und hochkomplexe Leistung des Gehirns ist … und mit hoher Wahrscheinlichkeit einen großen Anteil dazu beigetragen hat wie wir „Welt“ bauen und erleben.
Wenn wir unsicher sind, neigen wir schon mal dazu zu bewerten. Das ist normal. Ist es auch brauchbar? Nein, wahrscheinlich nicht.
Wer sich irgendwann mit Kindern beschäftigt hat - und diese vielleicht auch in das Leben begleitet hat - wird festgestellt haben, dass Interessen, Begabungen und Talente schon bei Kindern unterschiedlich sind, ebenso wie ihr Lernverhalten. Erstaunlich ist, dass wir dazu neigen, Kindern etwas beibringen zu wollen, was sie von Geburt an schon immer mit größtem Interesse getan haben, nämlich lernen. Denkt man über Lernen nach, kann man nur sagen: Es wird auf jeden Fall beeinflusst von Emotion (Interesse) und Kognition (Verstehen wollen) und dauert so lange wie es dauert. Es geschieht immer - ein Leben lang.
AD(H)S, Legasthenie und Hochsensibilität gab es durch alle Kulturen hindurch schon lange bevor es sich in unserer Gesellschaft zu einem Problem heraus kristallisierte. Vielleicht liegt ja unsere Chance gerade darin, sich mit diesem Thema so vertraut zu machen, und die Verantwortung nicht mehr an einen genetischen Defekt oder erbliches Krankheitsbild abzugeben, sondern es als einen notwendigen Schritt des Wachgerüttelt-Werdens zu erleben. Wachgerüttelt werden insofern, um mitzubekommen wie vielen Zwängen und Dogmen des Genügens wir uns (fast widerstandslos) unterordnen, ohne daran wirklich zu wachsen oder heran zu reifen.
Ist es nicht so, dass unser persönliches Leben noch immer dadurch bereichert wurde, indem wir uns auf Dinge einlassen konnten, die uns gefordert haben? Vielleicht ist es auch ein Gebot der Zeit, wahrzunehmen, wie leichtfertig wir stigmatisieren, ohne die Chance für unser eigenes Wachstum - auch als Gesellschaft - darin zu erkennen.
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„..ein Wort schreibe ich mit dreierlei Orthographie.“ (Johann Wolfgang von Goethe)
1.5.2012 von admin.
“Ich auch.“
Mein Name ist Edmund Mettinger. Ich bin hochgradig legasthenisch begabt und auch ADHSler.
Warum schreibe ich das so?
Erst wenn ich eine Erscheinungsform, welcher Art und Natur sie auch immer sein mag, anfange zu verstehen und zu begreifen und sie nicht mehr erklären brauche, kann ich ihren wahren Nutzen bewusst in mein Leben integrieren. Nun, der Rebell in meiner Natur hat mir geholfen, trotz dieser „Behinderung“ den Mut zu und den Zuspruch an meinem „So-sein“ nicht zu verlieren.
Heute weiß ich, dass genau diese „Störung“ das größte Talent und die am stärksten ausgeprägte Fähigkeit in meinem Leben ist, und genau sie es war, sie, die „Störung“, die mir dabei half, die Krisen, die ich in meiner Umwelt aufgrund meines Umgangs mit Schrift, Sprache und Zahlen hatte, nämlich, ihrer nicht mächtig zu sein, zu bewältigen. Vielleicht macht dieser Satz deutlich, wie ellenlang und viel verzweigt sich Gedanken im Kopf eines Legasthenikers entwickeln können. Es ist auch nur der Kopf, der ohne Punkt und Komma denken kann. Nicht, dass ich mich in die Reihe der Großen, wie Johann Wolfgang von Goethe, Leonardo da Vinci, Albert Einstein, Prof. Samy Molcho, Winston Churchill, Henry Ford, Thomas A. Edison, Hans Christian Anders, Harry Belafonte, Walt Disney, Whoopi Goldberg, Jacky Stewart, Nelson Rockefeller und Richard Branson einreihen möchte, doch es tut gut, zu wissen, dass diese Menschen auf die gleiche Art und Weise denken und die Welt wahrnehmen wie ich, nämlich dreidimensional und nicht linear.
In dem Buch „Legasthenie als Talentsignal“ steht: „Diese Leute waren nicht Genies trotz ihrer Legasthenie, sondern wegen ihrer Legasthenie.“
Zu den grundlegenden Fähigkeiten, die alle Legastheniker besitzen, zählt der Autor R. Davis (Zitat):
- Sie benutzen die Fähigkeit des Gehirns, Sinneswahrnehmungen zu verändern und zu erzeugen (ihr Haupttalent).
- Sie nehmen ihre Umgebung sehr bewusst wahr.
- Ihre Wissbegier ist überdurchschnittlich.
- Sie denken vorwiegend in Bildern, nicht in Wörtern.
- Sie besitzen Scharfblick und starke Intuition.
- Ihre sinnliche Wahrnehmung und ihr Denken sind vielschichtig.
- Sie erleben Gedachtes als real.
- Sie verfügen über eine lebhafte Phantasie.
Auch Prof. Samy Molcho (Autor und Pantomime) äußerte sich in einem Interview vor Jahren auf seine legasthenische „Behinderung“ befragt: „ Dreidimensional zu denken bedeutet, eine andere Auffassung von den Dingen und der Welt und ihren Möglichkeiten zu haben. Unser Problem ist eigentlich keins, sondern eine außergewöhnliche Begabung…Das lineare Denken der anderen hat uns zu Problemfällen gemacht und in die Sonderschule gesteckt.“
Es mag in der Natur des Menschen liegen, „Hinderliches“ großzügig zu entschuldigen, wenn eine betroffene Person einen gewissen Rang oder Status errungen hat. So geht man in den Schulen wohl sehr gerne darüber hinweg, was Johann Wolfgang von Goethe in einem Brief über seine Art zu schreiben sagt: “Ich bin niemals zerstreuter, als wenn ich mit eigener Hand schreibe: denn wenn die Feder nicht so geschwind läuft, als ich denke, so schreibe ich oft den Schlußbuchstaben des folgenden Wortes, ehe das erste noch zu Ende ist, und mitten in einem Komma fange ich mit den folgenden Perioden an; ein Wort schreibe ich mit dreierlei Orthographie, und was die Unarten alles sein mögen, derer ich mir recht wohl bewußt bin und gegen die ich auch nur im äußersten Notfall zu kämpfen mich unterwinde, nicht zu gedenken, daß äußere Störungen mich gleich verwirren, und ich meine Hand wohl dreimal in einem Brief abwechseln kann.“ (Zitat nach G. Schury: „ Zum Diktat!“ Goethe Sonderausgabe der Frankfurter Rundschau vom 14.08.98).
Uns Lernenden bleibt nur eines übrig: dem großen Meister zu huldigen, der die meisten seiner Werke wohl aus diesem Grunde mindestens einem Honorarschreiber diktierte. Es war gut so, sonst, so vermute ich, würden wir uns heute wohl nur mit dem „Erlkönig“, gegebenenfalls noch dem „jungen Werther“ und dem Inhaltsverzeichnis vom Faust zu begnügen haben.
Goethes Vater hat ein Vermögen in die Wissbegierde und Ausbildung seines Sohnes gegeben, was nichts an seinem Verständnis der Orthographie änderte. Ich habe ein Vermögen in besprochene Kassetten, CD‘s, Seminare und Weiterbildungen ausgegeben, die nicht nur theoretischer Natur waren und der wissenschaftlichen Selbstbefriedung dienten, sondern mir helfen sollten, meine angebliche Behinderung zu beheben.
Ich fand eine Lösung…
…darin, einen Zustand zu erlangen, der Verstehen, Aufnehmen, geistiges Verarbeiten und ein Lernen überhaupt erst möglich macht. Ich habe für mich herausgefunden, was es bedarf, Aufmerksamkeit so zu lenken, dass ich heute mit meinem ADHS so umgehen kann, dass mir ein lebenslanges Lernen Freude macht. Für mich war es allerdings erforderlich, da ich als ADHSler und Legastheniker nicht mit Geduld gesegnet bin, mich nur mit Methoden zu beschäftigen, die sehr schnell und effektiv wirken, nach Erlernen ohne fremde Hilfe anwendbar und zu jeder Zeit und in jeder Situation für mich verlässlich sind. Ganz nebenbei haben sich mir Wege erschlossen den Stress, den Menschen mit den Phänomenen der Legasthenie und AD(H)S tagtäglich erleben, heute schon im Ansatz zu erkennen und aufzulösen.
Seit 1996 widme ich den wohl größten Teil meines Wirkens den Menschen, die den Schmerz der sozialen, physischen und psychischen Belastung durch Legasthenie und der damit verbunden Not, Rat- und Hilflosigkeit - darunter auch „Lehr-Beauftragten“ - erfahren haben. So stehen wir heute Betroffenen und Beteiligten mit Information, Einzelberatungen und in Workshops zur Seite. Für unsere Kinder, für Sie und für die Zeit, in der wir leben.
Dankeschön.
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Der Mensch im Konflikt zwischen Rollenverständnis und Wachstum, Teil 1
8.2.2011 von admin.
Als kleine Kinder lieben wir Geschichten. Wir lieben Geschichten weit mehr als das augenblickliche Geschehen. Die Geschichte ist für uns während wir hören augenblickliches Geschehen. Wir differenzieren nicht in Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft, wir tauchen ein, wir staunen und fragen voll Zuversicht nach. Keine Scheu, etwas nicht verstanden zu haben. Oder wer kennt nicht von Kindern die Bitte: „Noch einmal.“ oder „Noch eine.“. Wir wissen, ob wir Geschichten mögen oder nicht mögen. Wir suchen uns immer die für uns schönsten Geschichten aus.
Erst später entwickeln wir unser Rollenverständnis und fangen an, in Kategorien zu denken zwischen richtig und falsch, gut und schlecht, und vergessen dabei, dass wir jetzt gerade selbst Geschichte schreiben.
Vielleicht ist die Art, gute Geschichten zu hören von guten Erzählern, das, was den Unterschied in unseren Programmierungen und Konditionierungen ausmacht. Vielleicht ist es das, was uns Welt später gut oder schlecht erleben lässt.
In unserer Arbeit verwenden wir oft Geschichten, um das Groteske aufzuzeigen, bilden Metaphern, um Lösungen zu entwickeln, und machen Paradoxien durch Erzählungen bewusst. Geschichten bilden eine hervorragende Basis, unsere Verstandesprogrammierungen und -dogmen zu durchbrechen, wenn wir uns darauf einlassen können und wie Kinder zuhören. Hatten wir doch schon einmal gekonnt. Was ist geschehen, dass wir uns dies haben wegnehmen lassen? Braucht es eine Erklärung, was geschehen ist, oder reicht es einfach aus, sich neu darauf einzulassen. Beim Lesen von Geschichten kann man seinen eigenen Verstand gut beobachten. Wenn das gelingt, diesen Verstand anzufangen zu beobachten, was er einem vorgaukelt, bekommt man eine Idee davon, was wir in den nachfolgenden Blogs als Rollendilemma aufzuzeigen versuchen.
In den kommenden Blogs werden wir uns bei den Themen, die wir behandeln, immer wieder durch Geschichten, die uns seit sehr vielen Jahren begleiten und mit Sicherheit unser Leben geformt haben und uns auch Richtung aufgezeigt haben, inspirieren lassen. Wir werden über diese einen Bezug zu unseren Erfahrungen in unserer täglichen Arbeit herstellen.
In unserer Arbeit mit Führungskräften erleben wir häufig, dass viel geleistet, viel getan wird, meist jedoch nicht am Wesentlichen. Wobei der Blick auf das Wesentliche wie in der nachfolgenden Geschichte aufgezeigt vielleicht schon viel viel früher verloren gegangen ist.
Ein Löwe geriet in Gefangenschaft und wurde in ein Lager gebracht, wo er zu seinem Erstaunen noch andere Löwen antraf, die schon jahrelang dort waren, einige sogar ihr ganzes Leben, denn sie waren dort geboren. Er lernte bald die sozialen Betätigungen der Lagerlöwen kennen. Sie schlossen sich in Gruppen zusammen. Eine Gruppe bestand aus den Gesellschaftslöwen; eine andere ging ins Showgeschäft; wieder eine andere betätigte sich kulturell, um die Bräuche, die Traditionen und die Geschichte jener Zeiten zu bewahren, als die Löwen in Freiheit lebten. Andere Gruppen waren religiös - sie kamen zusammen, um zu Herzen gehende Lieder zu singen von einem künftigen Dschungel ohne Zäune. Einige Gruppen fanden Zulauf von denen, die sich von Natur aus für Literatur und Kunst interessierten; wieder andere waren revolutionär gesonnen, sie trafen sich, um sich gegen ihre Wärter zu verschwören oder gegen andere revolutionäre Gruppen Pläne zu schmieden.
Ab und zu brach eine Revolution aus, die eine oder andere Gruppe wurde ausgelöscht, oder alle Wärter wurden umgebracht und durch andere ersetzt.
Als sich der Neuankömmling umsah, bemerkte er einen Löwen, der stets tief in Gedanken versunken schien, ein Einzelgänger, der keiner Gruppe angehörte und sich meistens von allen fern hielt. Es war etwas Seltsames um ihn, das sowohl die Bewunderung der anderen hervorrief, aber auch ihre Feindseligkeit, denn seine Gegenwart erzeugte Angst und Selbstzweifel: Er sagte zu dem Neuankömmling: “Schließ dich keiner Gruppe an. Diese armen Narren kümmern sich um alles, bloß nicht um das Wesentliche.”
“Und was ist das?”, fragte der Neuankömmling.
“Über die Art des Zaunes nachzudenken.”
Nichts, aber auch gar nichts anderes ist wichtig!
Quelle: Wo das Glück zu finden ist, Antony de Mello
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Stressmanagement
27.9.2010 von admin.
Stress ist wohl die größte Gesundheitsgefahr unserer Zeit. Laut einem amerikanischen Stressforschungsinstituts “sollen schätzungsweise 75 bis 90 Prozent aller Besuche beim Arzt mit stressbedingten Problemen zusammenhängen”, so auch hier bei uns in Deutschland.
Was können wir tun, um den Stress zu reduzieren? Hierzu sind von der Boston Public Health Commission nützliche Antistresstipps herausgegeben worden: 1. Denk positiv und umgib Dich mit positiv denkenden Menschen. 2. Stecke keine zu hohen Ziele. Bitte wenn nötig um Hilfe. 3. Akzeptiere, dass Du nicht jede Situation kontrollieren kannst. Sei flexibel. 4. Mach am Tagesanfang eine Liste der zu erledigenden Aufgaben. Setze Prioritäten. 5. Zerlege größere Aufgaben in kleinere. 6. Iss ausgewogen, genügend Früchte, Korn und Gemüse. 7. Schlaf genügend jede Nacht. 8. Bau jeden Tag eine Fitnesspause zur Energie- und Stimmungssteigerung 9. Lass Zeit für Freizeit: z.B. Musik, Gartenarbeit, Lesen etc. 10. Vermeide Nikotin, Alkohol oder Medikamente 11. Benütze Misserfolge als Lerngelegenheiten. 12. Sage falls möglich “Nein” zu Aufgaben, die zu zuviel Stress führen würden. 13. Sprich mit einem Freund über Enttäuschungen oder Erfolge. 14. Gib zu, wenn Du nicht recht hast. 15. Vermeide Stressquellen wie laute Musik oder ständige Unordnung. 16. Lache. Nimm Dir Zeit um Spaß zu haben. 17. Vergiss nicht, dass es auch in Ordnung ist, einmal zu weinen. 18. Trainiere Tiefenatmung: 5 Sekunden einatmen, 4 Sekunden halten, 5 Sekunden ausatmen. 19. Längeres Sitzen produziert Stress. Nimm Treppen statt Lifte, stehe beim Telefonieren. 20. Mach Antistressübungen
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Wo sind wir mit unseren Gedanken?
24.9.2010 von admin.
Wie oft sind wir mit unseren Gedanken in der Vergangenheit verhaftet? Wie oft machen wir uns Gedanken, um Dinge, die vielleicht in der Zukunft geschehen werden, denken uns Szenarien aus, was wir sagen und tun werden? Wir führen gedankliche Streitgespräche mit Mitarbeitern, Kunden, Freunden, Partnern. Machen uns Sorgen um Dinge, die längst geschehen sind oder vielleicht gar nicht geschehen werden. Wir verschwenden viel Energie damit, gedanklich in der Vergangenheit und in der Zukunft zu kreisen und vergessen dabei, gegenwärtig zu sein. Wie oft versäumen wir, den Augenblick zu erleben für eine konstruierte Gedankenwelt, in der wir emotional verhaftet bleiben und die mit den gegenwärtigen Ereignissen nichts mehr zu tun hat? Mit unseren Gedanken bleiben wir oft an vergangenen Ereignissen hängen, die längst geschehen sind und auf die wir keinen Einfluss mehr haben. Dazu eine kleine Geschichte: Zwei Mönche, der eine bejahrt, der andere noch ganz jung, wanderten im Regenwald einen schlammigen Pfad entlang. Sie waren auf dem Heimweg zu ihrem Kloster. Da begegneten Sie einer schönen Frau, die hilflos am Ufer eines reißenden Flusses stand. Der alte Mönch, der die Not der Frau erkannte, hob sie auf seine starken Arme und trug sie hinüber. Sie lächelte und schlang ihre Arme um seinen Hals, bis er sie am anderen Ufer sanft absetzte. Mit einer anmutigen Verbeugung dankte sie ihm, und die Mönche setzten schweigend ihren Weg fort. Nicht weit von der Klosterpforte konnte der junge Mönch nicht länger an sich halten: “Wie konntest Du nur eine schöne Frau in die Arme nehmen? So etwas ziemt sich nicht für einen Mönch!” Der alte Mönch sah seinen Gefährten an und sagte: “Ich habe sie dort zurückgelassen. Trägst Du sie immer noch?” Um weder in der Vergangenheit noch in der Zukunft verhaftet zu sein, ist es erforderlich, unsere Gedanken und unsere Gefühle zu beobachten, wahrzunehmen und - wie der ältere Mönch - einfach loszulassen. Nicht kontrollieren, nicht bewerten, nicht ändern wollen, sondern nur wahrnehmen, das Herz entspannen und loslassen.Wenn wir einmal anfangen, unsere Gedanken zu beobachten, werden wir feststellen, wie oft wir uns in der Vergangenheit oder Zukunft gedanklich befinden und wie selten wir wirklich im “Jetzt” leben. Wir lernen viel über uns selbst, unsere Gedankengebäude, die wir im Laufe des Lebens aufgebaut haben, über unsere Ängste und Bedürfnisse. Wir begeben uns auf eine spannende Reise zu uns selbst… © ita est
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